Joachim Meyerhoffs Mutter heißt Susanne Meyerhoff. Lange erschien sie in seinen autobiografisch geprägten Romanen vor allem als Teil einer ungewöhnlichen Familie: Ihr Mann leitete eine Kinder- und Jugendpsychiatrie in Schleswig, während sie den Alltag mit drei Söhnen organisierte. Im sechsten Band der Reihe „Alle Toten fliegen hoch“ rückt sie selbst ins Zentrum. „Man kann auch in die Höhe fallen“ erzählt von einem erwachsenen Sohn in einer Lebenskrise und einer Mutter, deren Tatkraft, Eigenständigkeit und Lebensfreude ihm neuen Halt geben. Dabei bleibt entscheidend: Meyerhoff verarbeitet reale Erfahrungen, schreibt aber Romane und keine dokumentarischen Biografien.
Susanne Meyerhoff im Überblick
| Merkmal | Bekannte Angaben |
|---|---|
| Name | Susanne Meyerhoff |
| Beziehung zu Joachim Meyerhoff | Mutter |
| Ausbildung | Gelernte Krankengymnastin |
| Ehemann | Hermann Meyerhoff, Psychiater und Leiter einer Kinder- und Jugendpsychiatrie |
| Wohnregion | Ländliches Schleswig-Holstein, in der Landschaft Angeln |
| Alter bei einer Lesung 2025 | 87 Jahre |
| Literarische Bedeutung | Zentralfigur in „Man kann auch in die Höhe fallen“ |
Die Angaben stammen aus Interviews, Verlagsinformationen und einem Bericht über eine öffentliche Lesung Susanne Meyerhoffs im März 2025. Ihr genauer Geburtstag und weitere private Lebensdaten werden in diesen Quellen nicht genannt.
Wer ist die Mutter von Joachim Meyerhoff?
Susanne Meyerhoff ist die Ehefrau des Psychiaters Hermann Meyerhoff und die Mutter des Schauspielers und Schriftstellers Joachim Meyerhoff. Joachim wurde 1967 geboren und wuchs als jüngster Sohn der Familie in Schleswig auf. Sein Vater leitete dort eine Kinder- und Jugendpsychiatrie. Die Familie lebte auf dem Klinikgelände, umgeben von Patienten, medizinischem Personal und den Gebäuden der Einrichtung.
Meyerhoff beschrieb diese Umgebung später als außergewöhnliche, zugleich aber vertraute Kindheitswelt. Die Mutter war innerhalb dieses Systems nicht nur die Frau des Klinikdirektors. In seinem zweiten Roman organisiert sie den Familienalltag, kümmert sich um die Kinder und ringt mit den Erwartungen, die an ihre Rolle gestellt werden. Der Verlag fasst sie als eine Frau zusammen, die den Alltag zusammenhält, zugleich aber mit ihrer Lebenssituation hadert.
Susanne Meyerhoff ist gelernte Krankengymnastin. Diese Angabe bestätigte sie 2025 bei einer eigenen Lesung in Husum, bei der sie aus dem Roman ihres Sohnes vortrug. Damit trat sie nicht mehr nur als literarische Figur, sondern selbst vor ein Publikum.
Die Mutter in Meyerhoffs Kindheitserinnerungen
Eine wichtige Rolle spielt Susanne Meyerhoff bereits in „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“. Der 2013 veröffentlichte zweite Band von „Alle Toten fliegen hoch“ schildert die Kindheit des Erzählers auf dem Gelände der psychiatrischen Klinik. Die Mutter erscheint dort als organisatorisches Zentrum der Familie, während der Vater stark durch seine berufliche Position und seine intellektuellen Interessen geprägt ist.
Meyerhoff erzählt auch von seiner Unruhe, seinen Konzentrationsproblemen und heftigen Wutausbrüchen als Kind. In einem Interview erinnerte er sich daran, dass seine Eltern diese Schwierigkeiten nicht allein als Krankheit betrachteten, sondern als Aufgabe, die innerhalb der Familie bewältigt werden müsse. Seine Mutter entwickelte dabei eigene, mitunter ungewöhnliche Beruhigungsmethoden.
Das Bild der Mutter ist jedoch nicht frei von Konflikten. Die frühen Bücher behandeln Belastungen innerhalb der Ehe und familiäre Krisen. Meyerhoff sagte 2014, die Veröffentlichungen seien für seine Mutter teilweise schmerzlich gewesen. Gleichzeitig habe sie durch den zeitlichen Abstand einen eigenen Umgang mit den Erinnerungen gefunden.
Von der Nebenfigur zur Heldin eines Romans
Mit „Man kann auch in die Höhe fallen“ verändert sich die Perspektive. Der Roman erschien am 7. November 2024 als sechster Band des Zyklus „Alle Toten fliegen hoch“. Der Erzähler ist nun Mitte fünfzig und zieht vorübergehend zu seiner Mutter, die allein auf einem großen Grundstück unweit der Ostsee lebt.
Ausgangspunkt ist eine persönliche Krise nach einem Schlaganfall, dem Umzug von Wien nach Berlin und zunehmender Gereiztheit. Als der Erzähler merkt, dass sein Zustand auch seine Familie belastet, sucht er Abstand zur Großstadt. Das Haus der Mutter wird zu einem Ort der Stabilität und Verlässlichkeit, den er bereits seit seiner Kindheit kennt.
Eine Mutter, die keine Pflegefigur sein will
Der Sohn reist zunächst mit der Vorstellung an, sich auch um seine betagte Mutter kümmern zu müssen. Im Roman kehrt sich dieses Verhältnis um. Die Mutter führt ein selbstbestimmtes Leben, hat soziale Kontakte, singt im Chor, arbeitet im Garten und bestimmt ihren Tagesablauf weitgehend selbst. Nicht sie braucht in erster Linie Hilfe, sondern der Sohn.
Deutschlandfunk beschreibt die Romanfigur als unabhängig, unkonventionell und zupackend. Sie bildet damit einen Gegenpol zum Erzähler, der sich ständig beobachtet, seine Entscheidungen hinterfragt und in Ängsten sowie Nervosität feststeckt. Während er lange überlegt, handelt sie.
Auch Meyerhoff selbst erklärte, dass das Zusammensein mit seiner Mutter ihn von Verantwortung entlastet habe. Sie entschied, was gegessen wurde, plante die Aufgaben auf dem Grundstück und gab ihm Bücher. Für eine Zeit durfte der erwachsene Vater dreier Kinder wieder Sohn sein.
Wichtige Stationen der literarischen Beziehung
| Jahr | Ereignis | Bedeutung |
|---|---|---|
| 2013 | „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ erscheint | Die Mutter wird als tragende Figur des Familienalltags dargestellt. |
| 2014 | Interview mit „Psychologie Heute“ | Meyerhoff spricht über die Reaktion seiner Mutter auf die familiären Geschichten. |
| 2024 | „Man kann auch in die Höhe fallen“ erscheint | Susanne Meyerhoff wird zur zentralen Figur und zur Helferin des Erzählers. |
| 2025 | Susanne Meyerhoff liest öffentlich aus dem Roman | Sie kommentiert selbst, welche Szenen stimmen und wo ihr Sohn übertrieben hat. |
Wie eng ist Joachim Meyerhoff mit seiner Mutter verbunden?
Meyerhoff beschreibt die Beziehung als eine Nähe, die sich über Jahrzehnte entwickelt hat. Im Alter von 57 Jahren verbrachte er nach eigener Aussage rund zwei Monate aus Überzeugung mit seiner Mutter. Für ihn entstand dadurch die Möglichkeit, festgelegte Eltern-Kind-Rollen neu zu betrachten.
Der Aufenthalt wird im Roman nicht als sentimentale Rückkehr in eine ideale Kindheit dargestellt. Mutter und Sohn unterscheiden sich deutlich. Sie ist pragmatisch und körperlich aktiv, er erscheint empfindlich, unruhig und selbstkritisch. Gerade diese Gegensätze erzeugen die komischen Situationen, aus denen Meyerhoff zugleich ernstere Fragen über Alter, Fürsorge und familiäre Verbundenheit entwickelt.
Der Titel „Man kann auch in die Höhe fallen“ bezieht sich nach Meyerhoffs Erklärung besonders auf seine Mutter. Sie habe ihm mit Mitte achtzig gesagt, sie sei so glücklich wie noch nie. Für den Autor steht ihr Lebensweg deshalb für die Möglichkeit, dass das Alter nicht ausschließlich als Abstieg verstanden werden muss.
Was ist Wahrheit und was literarische Erfindung?
Joachim Meyerhoffs Bücher basieren auf seinem Leben, sind aber als Romane veröffentlicht. Er selbst erklärt, dass seine Geschichten von persönlichen Erfahrungen ausgehen und sich anschließend durch erfundene, verdichtete oder veränderte Elemente weiterentwickeln. Einzelne Szenen sollten deshalb nicht automatisch als wortgetreue Familienchronik gelesen werden.
Susanne Meyerhoff bestätigte bei ihrer Husumer Lesung, dass vieles grundsätzlich stimme. Zugleich widersprach sie humorvoll der Darstellung ihres angeblich riskanten Fahrstils und warf ihrem Sohn Übertreibung vor. Sie hatte das Manuskript vor der Veröffentlichung gelesen und den geschilderten Details zugestimmt.
Diese Zustimmung war für den Autor besonders wichtig. Meyerhoff sagte, seine Familie bekomme persönliche Texte vorab zu lesen. Bei diesem Buch habe vor allem gezählt, ob seine Mutter mit ihrem Porträt einverstanden sei. Ihre Reaktion, sie habe nicht gewusst, dass sie eine solche „wilde Hummel“ sei, verstand er als Zustimmung.
Warum Susanne Meyerhoff für sein Werk so wichtig ist
Susanne Meyerhoff verkörpert in den Büchern zwei Lebensphasen. In den Kindheitserinnerungen ist sie eine Mutter, die zwischen Familie, Ehe und eigenen Bedürfnissen steht. Im späteren Roman ist sie eine ältere Frau, die sich Unabhängigkeit, Humor und Lebensfreude bewahrt hat.
Damit erzählt Meyerhoff nicht nur von der Hilfe einer Mutter für ihren Sohn. Er zeichnet auch das Porträt einer Frau, deren Intellektualität und Kreativität lange hinter den Interessen ihrer Familie zurückstanden. „Man kann auch in die Höhe fallen“ gibt ihr schließlich eine eigene Bühne – inzwischen sogar im wörtlichen Sinn, da Susanne Meyerhoff selbst aus dem Buch liest.
Häufige Fragen
Wie heißt die Mutter von Joachim Meyerhoff?
Joachim Meyerhoffs Mutter heißt Susanne Meyerhoff. Sie ist eine gelernte Krankengymnastin und war mit dem Psychiater Hermann Meyerhoff verheiratet.
Wie alt ist Susanne Meyerhoff?
Bei einer öffentlichen Lesung im März 2025 wurde Susanne Meyerhoff als 87-Jährige vorgestellt. Ein genaues Geburtsdatum wird in den herangezogenen Quellen nicht angegeben.
Wo lebt Joachim Meyerhoffs Mutter?
Sie lebt auf einem ländlichen Grundstück in der Region Angeln in Schleswig-Holstein. Meyerhoff verortet das Haus zwischen Schleswig und der Ostsee. Eine genauere Adresse gehört zu ihrem Privatleben.
In welchem Buch schreibt Joachim Meyerhoff über seine Mutter?
Sie kommt in mehreren Teilen von „Alle Toten fliegen hoch“ vor. Besonders wichtig ist sie in „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“. Zur Hauptfigur wird sie im sechsten Band „Man kann auch in die Höhe fallen“.
Ist „Man kann auch in die Höhe fallen“ eine wahre Geschichte?
Der Roman enthält viele autobiografische Erfahrungen, ist aber keine lückenlose Tatsachenerzählung. Meyerhoff verdichtet, verändert und ergänzt Erlebnisse literarisch. Seine Mutter erklärte, vieles stimme, manche Eigenschaften und Situationen seien jedoch überzeichnet.
Hat Susanne Meyerhoff das Buch ihres Sohnes gelesen?
Ja. Sie las den Text vor der Veröffentlichung und stimmte der Darstellung zu. Später trat sie selbst bei Lesungen auf und las Passagen aus dem Roman.
Fazit
Joachim Meyerhoffs Mutter Susanne ist weit mehr als eine biografische Randfigur. In seinen Büchern entwickelt sie sich von der Organisatorin einer turbulenten Familie zu einer eigenständigen, lebensfrohen Hauptfigur. „Man kann auch in die Höhe fallen“ porträtiert eine Mutter, die ihrem erwachsenen Sohn nicht durch große Ratschläge hilft, sondern durch Alltag, Nähe und Entschlossenheit. Dass Susanne Meyerhoff inzwischen selbst aus diesem Roman liest, verleiht dem literarischen Mutter-Sohn-Gespräch eine zusätzliche Perspektive.
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