Der Razeco Rasierer sieht zunächst aus wie ein gewöhnlicher Systemrasierer: ein Griff, ein austauschbarer Kopf und fünf Klingen. Der Unterschied steckt im Material des Klingenkopfs. Das Berliner Unternehmen verwendet dafür einen biobasierten Werkstoff und verzichtet auf einen Gelstreifen. Am 19. Oktober 2026 stellte das Gründerteam den razeco5 bei „Die Höhle der Löwen“ vor und nahm vor laufender Kamera ein Angebot von Judith Williams und Frank Thelen an. Für Kaufinteressierte sind neben dem TV-Deal vor allem drei Fragen entscheidend: Passt der Kopf auf einen vorhandenen Griff, was kosten Ersatzklingen und was bedeutet „biobasiert“ bei diesem Produkt?
Was geschah bei „Die Höhle der Löwen“?
Louisa Haisch, ihr Bruder Victor Haisch und Ivo Lovrić gingen mit einer vergleichsweise kleinen Forderung in die Sendung: 30.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile. Mehrere Investoren machten Angebote. Das Team entschied sich schließlich für Judith Williams und Frank Thelen, die gemeinsam 100.000 Euro für 25 Prozent boten. Das ist die Einigung aus der TV-Sendung; sie allein belegt noch keinen endgültig vollzogenen Beteiligungsvertrag. Thelen sprach nach der Aufzeichnung davon, dass beide Seiten weiter im Austausch seien.
Im Gespräch mit den Investoren spielte auch die bisherige Finanzierung eine Rolle. In der Sendung wurde ein Darlehen über 500.000 Euro mit 15 Prozent Zinsen thematisiert. Das erklärt, weshalb die Löwen nicht nur über die Qualität des Rasierers, sondern ebenso über die wirtschaftliche Lage des jungen Unternehmens verhandelten.
Wie funktioniert der razeco5?
Der razeco5 ist ein Nassrasierer mit einem wiederverwendbaren Griff aus Stahl. Ausgetauscht wird der Klingenkopf. Er trägt fünf Stahlklingen; bei der Variante für das Gesicht sitzt auf der Rückseite zusätzlich ein Trimmer für Konturen. Anders als viele Systemrasierer hat das Produkt keinen Gelstreifen. Wer einen solchen Streifen bisher für das Gleitgefühl genutzt hat, sollte das bei der Wahl von Rasierschaum oder Rasieröl berücksichtigen.
Razeco bietet zwei Versionen des Klingenkopfs an. Sie unterscheiden sich nach dem vorgesehenen Einsatzbereich, kosten laut Anbieter aber gleich viel:
| Variante | Vorgesehene Anwendung | Besonderheit |
|---|---|---|
| Face | Bart, Hals und Gesichtskonturen | Rückseitiger Konturentrimmer |
| Body | Beine, Achseln und größere Körperflächen | Auf diese Flächen abgestimmte Klingengeometrie |
Für den Wechsel ist nicht zwingend ein neues Starterkit nötig. Nach Angaben von Razeco passen die Köpfe auch auf Griffe mit Fusion5-Mechanismus sowie auf Gillette-Venus-Griffe. Wer bereits einen passenden Griff besitzt, kann daher Ersatzköpfe kaufen und ihn weiterverwenden. Andere Stecksysteme sollte man nicht allein aufgrund einer ähnlichen Form als kompatibel ansehen.
Was sich seit den ersten Versionen geändert hat
Das Gründerteam hat auch ein frühes Produktproblem beschrieben: Bei einem Teil der ersten Charge löste sich der Kopf vom Griff. Nach eigenen Angaben wurde die Verbindung anschließend umkonstruiert. Das ist für Käufer relevant, weil der im Fernsehen gezeigte Entwicklungsstand nicht zwangsläufig mit jeder später verkauften Version identisch ist. Es ersetzt allerdings keinen unabhängigen Langzeittest des aktuellen Rasierers.
Was bedeutet „biobasiert“ beim Razeco Klingenkopf?
Razeco beschreibt den Klingenkopf als zu 99 Prozent frei von fossilem Plastik. Der Werkstoff soll aus Reststoffen anderer Branchen stammen. Für das Material verweist das Unternehmen auf eine „OK biobased“-Zertifizierung von TÜV Austria. Diese bezieht sich auf die Herkunft des Kohlenstoffs im geprüften Material. Sie ist keine Bewertung der gesamten Umweltbilanz des Rasierers und keine Prüfung seiner Rasierleistung. Die Klingen selbst bestehen aus Stahl.
Bei Begriffen wie „Bio-Rasierer“ und „plastikfrei“ lohnt sich eine genaue Unterscheidung. Ein Kunststoff kann aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt sein und trotzdem ein Kunststoff bleiben. Ebenso sagt seine biobasierte Herkunft für sich genommen nichts darüber aus, ob er sich in der Natur zersetzt. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass biobasierte Kunststoffe häufig nicht biologisch abbaubar sind. Auch ein hoher biobasierter Anteil beweist daher weder Kompostierbarkeit noch eine pauschal bessere Ökobilanz.
Der Verzicht auf einen Gelstreifen ist eine konkrete Produkteigenschaft. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass der Rasierer für jede Haut besser geeignet ist. Wie sich eine Rasur anfühlt, hängt unter anderem von der Schärfe der Klingen, der verwendeten Pflege und der eigenen Haut ab. Wer zu Reizungen neigt, sollte eine Marketingaussage zur Hautverträglichkeit nicht mit einer individuellen Garantie verwechseln.
Was kosten Starterkit und Ersatzköpfe?
Das Starterkit enthält einen Stahlgriff und zwei Klingenköpfe. Für Face und Body nennt Razeco jeweils 14,99 Euro beim Einzelkauf oder 9,99 Euro zusammen mit einem Klingen-Abo. Der niedrigere Preis betrifft den Einstieg: Im Abo kommen die gewählten Ersatzköpfe als weitere Lieferungen hinzu. Entscheidend für die laufenden Kosten sind deshalb Packungsgröße, Preis je Lieferung und Lieferabstand.
Ersatzköpfe werden in mehreren Packungsgrößen angeboten. Razeco nennt einen Preis ab 2,25 Euro pro Kopf für eine 20er-Packung im Abo; eine kleinere Packung hat einen anderen Stückpreis. Laut Anbieter lässt sich der Lieferrhythmus ändern, und nach dem ersten Monat besteht keine weitere Bindung. Wer nur ausprobieren möchte, kann das Starterkit einmalig kaufen. Wer bereits einen kompatiblen Griff hat, spart sich möglicherweise auch den Kauf eines zweiten Griffs.
Wohin mit einem gebrauchten Klingenkopf?
Der Hersteller empfiehlt, den gebrauchten Kopf vollständig über den Restmüll zu entsorgen. Er gehört nicht auf den Kompost und nicht in die Biotonne. Das passt zur grundsätzlichen Unterscheidung zwischen biobasierter Herkunft und biologischer Abbaubarkeit. Bei einer Verbrennung verschwindet das Material zudem nicht ohne Emissionen: Auch biobasierte Stoffe setzen dabei Kohlendioxid frei.
Für die persönliche Umweltabwägung sind zwei Eigenschaften besonders greifbar: Der Stahlgriff kann weitergenutzt werden, und ein vorhandener kompatibler Griff muss nicht ersetzt werden. Welchen ökologischen Vorteil der razeco5 insgesamt gegenüber einem bestimmten anderen Rasierer erzielt, lässt sich aus dem Materialzertifikat allein nicht berechnen. Dafür müssten Herstellung, Nutzungsdauer, Transport und Entsorgung gemeinsam betrachtet werden.
Häufige Fragen zum Razeco Rasierer
Hat Razeco bei „Die Höhle der Löwen“ einen Deal bekommen?
Ja. Das Gründerteam nahm in der Sendung das Angebot von Judith Williams und Frank Thelen über 100.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile an. Die TV-Zusage ist von einer späteren vertraglichen Umsetzung zu unterscheiden.
Passen Razeco Klingen auf jeden Systemrasierer?
Nein. Razeco nennt Griffe mit Fusion5-Mechanismus und Gillette-Venus-Griffe als kompatibel. Bei anderen Systemen sollte die Passform vor dem Kauf geprüft werden.
Ist der Razeco Klingenkopf kompostierbar?
Aus der Kennzeichnung „biobasiert“ folgt keine Kompostierbarkeit. Razeco empfiehlt, gebrauchte Köpfe über den Restmüll zu entsorgen.
Muss ich ein Klingen-Abo abschließen?
Nein. Das Starterkit ist auch zum einmaligen Kauf erhältlich. Der beworbene günstigere Einstiegspreis von 9,99 Euro ist an ein Klingen-Abo gekoppelt.
Wann sollte ich den Klingenkopf wechseln?
Das hängt von der Nutzung ab. Ein praktisches Zeichen ist, wenn die Klingen beim Rasieren ziehen, statt sauber zu schneiden. Ein fester Wechseltermin passt nicht für alle.
Fazit
Razeco verbindet die vertraute Handhabung eines Systemrasierers mit einem biobasierten Klingenkopf und einem dauerhaft nutzbaren Stahlgriff. Der TV-Auftritt brachte dem Team eine Zusage von Judith Williams und Frank Thelen. Beim Kauf zählen vor allem die passende Griffaufnahme und die Kosten der Ersatzköpfe. Das Materialzertifikat hilft, die Rohstoffherkunft einzuordnen; eine Aussage über Kompostierbarkeit oder die gesamte Umweltwirkung ist es nicht.
Mehr…. Adrian von der Groeben
